Traumwelten: Der Wasserpark


25 Apr
25Apr

Ich war wieder einmal in den Ferien mit meiner Familie. Das Wetter wunderschön, heisse Temperaturen. Wir waren unterwegs mit Bekannten. Bevor wir zum Essen zusammenkamen, trafen sich immer alle Frauen in einem Zimmer, um zu besprechen, was wir anziehen. Das Ziel war, das wir alle etwas Ähnliches trugen. Weisse, lange Leinenkleider. Locker um die Hüften gebunden. Unauffälliger, leichter Perlenschmuck an den Hälsen. Keine Ringe, dafür schöne schlichte Armreifen. Die Füsse in flachen, mit vielen Riemen besetzten Sandalen. Die Haare entweder locker offen oder zu einer einfachen Frisur hochgesteckt. Dann trafen wir uns mit den Männern zum Essen. Am Strand oder in einem der Restaurants im Hotel. Ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. Ich genoss das warme Wetter und die hohe Luftfeuchtigkeit. Als ich nach dem Essen satt war, zog ich mich in mein Zimmer zurück. Das Hotel war sehr alt. Spannteppiche belegten, trotz des warmen Wetters, den Boden der Gänge. Eine Wendeltreppe verband die Stockwerke miteinander. Als ich auf dem Weg zurück war, sah ich durch ein Fenster in den Garten und entdeckte einen Wasserpark. 'Nanu? Den hatte ich vorher noch gar nicht gesehen!', ging es mir durch den Kopf. Ich lief schnurstracks in mein Zimmer, zog meinen Bikini an, ein leichtes Kleid darüber und begab mich zum Wasserpark. Der Park war nicht sehr gross. Doch sehr viele einzelne Rutschbahnen zogen um einen Kreis, in der Mitte konnte ich eine Art Arena wahrnehmen. Alle Bahnen waren ineinander verschlungen. Zwischen den Rutschbahnen ragten Türme in die Höhe, zu denen man hochklettern konnte. Von diesen Türmen aus konnte man in ein Becken darunter springen. Jeder Turm war unterschiedlich hoch, alle waren mit Brücken verbunden. Ich wollte mich gerade bereit machen, lief auf die Brücke zu und dann geschah etwas Merkwürdiges. Kurz davor konnte ich eine Gruppe von Männern erkennen, die einen Gefangenen mit sich führten. Der Gefangene sah aus wie Ed Hardy. Er stellte mal in einem Film einen Bösewicht namens ‚Bane‘ dar. Nur dieses Mal ohne die Maske, die er in jenem Film trug. Der Schauspieler lief mit Ketten an den Händen zwischen den Männern und fluchte vor sich hin. Ich schaute dem Spektakel von oben zu und fragte mich, was geschehen war. Ich kletterte den Turm hinunter und folgte den Männern mit sicherem Abstand. Im Hotel angekommen, gingen die Männer mit ihm in einen Raum und setzten den Mann auf einen Stuhl. Sie entfernten sich. Ich schlich mich an die Türe, öffnete sie vorsichtig und ging zu dem Double von Ed Hardy. Er schaute mich zuerst verdutzt an und dann schrie er: "Was willst du von mir? Komm mir nicht zu nahe! Geh weg!". Erschrocken drehte ich mich um und ging zur Tür zurück. In dem Moment, als ich die Tür aufmachte, standen die Männer vor mir. Ich wendete ruckartig und lief dem Schauspieler in die Arme. Er hielt mich mit seinen Armen fest, während die Männer wiederum an ihm rumzerrten, um mich zu befreien. Oder wollten sie mich auch in Ketten legen? Mit aller Hast konnte ich mich doch noch befreien und flüchtete auf den Gang. Ich hörte hinter mir ein Geschrei, Gefluche und dann Stille. Vorsichtig lief ich weiter und sah mitten im Gang ein Mädchen stehen. Als ich vorbeigehen wollte, fasste sie mich an der Hand und sagte: "Komm mit mir mit, Teresa. Ich habe eine Überraschung für dich!". Zögerlich liess ich mich mitziehen und fragte sie: "Wird das angenehmer sein, als das, was ich gerade erlebt habe? Wird es unheimlich? Davon habe ich nämlich genug." Sie sah mich kurz an und meinte: "Nein, es wird nicht unheimlich!" Während ich ihr folgte, wurde der Spannteppich immer dreckiger und löchriger. Die Tapeten an den Wänden immer zerrissener und fleckiger. 'Von wegen, es wird nicht unheimlich...', dachte ich mir. Als wir die Tür fast erreicht hatten, hinter der ich das Glöckchen einer Narrenmütze hörte und das hohe, leise Lachen einer alten Frau, konnte ich meine Hand aus den doch recht kräftigen, kleinen Fingern des Mädchens lösen und hörte noch, bevor ich aufwachte: "Ha ha, jetzt wird sie uns direkt in unsere Arme laufen!". Ich befahl mir selber, aufzuwachen. Nach jahrelangem Üben in solchen Träumen, konnte ich es mittlerweile mit Leichtigkeit. Mit klopfendem Herzen wachte ich auf und musste mich zuerst orientieren. Während dem Träumen bin ich immer total weg und spüre meinen Körper nicht mehr. Ich ging auf die Toilette, blickte kurz auf meinen Wecker, sah, dass ich bald aufstehen musste und schlief nochmal ein. Ich versuchte, an etwas Schönes zu denken, doch in solchen Fällen träume ich immer nahtlos weiter an der Stelle, bei der ich mich selbst weckte. Doch dieses Mal war ich nicht im Gang, sondern wieder beim Wasserpark. Wieder das schönste Wetter, strahlend blauer Himmel. Angenehme warme Temperaturen. Dieses Mal befand ich mich kurz davor, auf eine Rutsche zu gehen, doch ein junger Mann versperrte mir den Weg. Seine braunen Haare standen ihm wirr vom Kopf ab. Seine fast glasklaren, hellblauen Augen starrten mich an. Sein Mund verzog sich leicht zu einem hämischen Grinsen. "Denkst du wirklich, dass du uns entkommen kannst?", fragte er mich mit leiser, drohender Stimme und stürzte sich auf mich. Er stiess mich nach hinten ins Leere. Während dem Fall zückte er etwas, das aussah wie ein Bleistift und überlegte, wo er den reinstossen sollte. Ich blickte ihm in die Augen, sagte leise: "Ich liebe dich und ich verzeihe dir.". Danach schloss ich die Augen und wartete auf den Aufprall. 

Viele dieser Träume haben keinen Zusammenhang mit meinen Erlebnissen tagsüber oder was ich gerade im Fernseher gesehen oder im Radio gehört habe. Auch haben sie keinen Zusammenhang mit Büchern, die ich lese oder mit Artikeln aus Zeitschriften. Auch in diesem Fall war das so. In einem Wasserpark war ich zuletzt im Sommer 2020. Diesen Schauspieler hatte ich zuletzt in einer Serie 2020 gesehen. Ein Mann in meinem Leben, der so aussieht wie der hier Beschriebene, existiert nicht. Eine Angst davor, irgendwo hinunterzufallen oder ein Erlebnis das dem gleicht im jetzigen Leben, besteht auch nicht. Ich glaube eher, dass dies Ereignisse aus vorherigen Leben sind oder zumindest Erinnerungsfetzen davon. Dass immer wieder Wesen oder Seelen, die es nicht so gut mit mir meinen, mich abholen oder töten wollen, davon träume ich seit meiner Kindheit. Da gibt es ganz viele Geschichten dazu. Von zombieähnlichen Wesen, die mich aus dem Bett zerren wollten oder von körperlosen Skeletten, welche wehklagend mit triefenden, braunen Fetzen zu mir auf das Bett hochkrochen. Auch träumte ich mal vor einigen Jahren davon, in einem Raum zu stehen, in dem heisser Teer am Boden lag. Ich roch Schwefel. Es war brütend heiss und ich nahm ein ungefähr vier Meter grosses, dunkles Wesen wahr, welches sich näherte. Leise lachend und mit stampfenden, dröhnenden Schritten.

Kommentare
* Die E-Mail-Adresse wird nicht auf der Website veröffentlicht.